AfD-Bundestagsdirektkandidat Felser: Union und SPD haben offenkundig weitere große Koalition im Blick

KEMPTEN. Das Fernseh-Duell der Kanzlerkandidaten Angela Merkel und Martin Schulz hat nach Meinung des Oberallgäuer AfD-Bundestagsdirektkandidaten Peter Felser vor allem eines gezeigt: „Trotz gelegentlich kontroverser Wortgefechte sind Union und SPD weiter auf Kuschelkurs und stellen sich auf eine Fortsetzung ihrer großen Koalition nach der Bundestagswahl ein.“ Grund: Für eine Koalition von Union und FDP oder mit den Grünen würde es rechnerisch nicht reichen. Amüsiert nahm Felser zur Kenntnis, dass Merkel kurz vor ihrem Schlusswort eine Koalition mit der AfD ausdrücklich ausschloss. „Aber sie hat ja auch mal gesagt, mit ihr werde es keine Maut geben“, rief der Kemptener AfD-Politiker in Erinnerung.

Nach seinen Worten ist die AfD auf dem besten Weg Oppositionsführer im Bundestag zu werden. In der Umfrage „Deutschlandtrend“ liege die AfD mit elf Prozent auf Platz drei hinter Union (37 Prozent) und SPD (23 Prozent). Erst nach der AfD folgen Linke (9 Prozent) sowie FDP und Grüne mit je acht Prozent, sagte Felser, der auch auf dem aussichtsreichen Platz sieben zur Bundestagswahl antritt.

Dass das 97 Minuten dauernde Fernsehduell überraschend lebhaft verlief, verdankt es nach Felsers Beobachtung vor allem den aggressiv-nachhakenden Fragen der beiden Moderatoren der Privatsender Peter Kloeppel (RTL) und Claus Strunz (Sat.1). Sie brachten die Kandidaten öfter aus dem Konzept, während die regierungsnahen Moderatorinnen Maybritt Illner (ZDF) und Anne Will (ARD) den Altparteien-Vertretern eher die üblichen Stichworte lieferten, anstatt bohrende Fragen zu stellen.

Für Fernsehzuschauer und Wähler sei jedoch klar geworden, dass Merkel oder Schulz keine wirkliche Alternative seien. „Merkel wird ohnehin Kanzlerin, schlimmstenfalls im Doppelpack mit Schulz als Vizekanzler“, befürchtet Felser und betont: „Das ist schon Grund genug am 24. September AfD zu wählen, damit die künftige Regierungsarbeit endlich von einer schlagkräftigen Opposition kontrolliert wird.“ Linke und Grüne hätten die vergangenen vier Jahre „auf der Oppositionsbank geschlafen oder Merkel noch unterstützt“, fügte Felser hinzu.

Inhaltlich hätten beide Kandidaten die Befürchtungen der AfD bestätigt, sagte der AfD-Bundestagskandidat. Merkel habe angekündigt, ihren Weg weiter zu gehen und Schulz wiederholte seinen umstrittenen Satz, die Zuwanderer seien „wertvoller als Gold“. Bemerkenswert fand Felser Merkels Eingeständnis, dass sogar die „Gastarbeiter“ der früheren Jahrzehnte immer noch nicht vollständig in Deutschland integriert seien. Der demonstrativen Einigkeit beider in der Kritik an der Türkei und in der Diesel-Affäre müssten aber konkrete Schritte folgen.