Bei Riss-Vorfällen schnellere Untersuchung und Schutzmaßnahmen / Unbürokratische Entschädigung für Bauern und Nutztierhalter

KEMPTEN, 10.09.2018. Nachdem fünf Kälber im Oberallgäu nachweislich von einem Wolf getötet worden sind, fordert der AfD-Bundestagsfraktionsvize Peter Felser die Einrichtung einer Melde-Hotline für solche Vorfälle. „Angesichts der zunehmenden Zahl von Wölfen in Bayern ist bei Riss-Verdachtsfällen eine Vor-Ort-Analyse innerhalb von vier Stunden nach der Meldung nötig, um rasch zu einer klaren Lagebestimmung zu kommen“, betonte der Abgeordnete aus Kempten. Die Sicherheit der Bevölkerung stehe an oberster Stelle. Nutztierhalter und Landwirte müssten frühzeitig gewarnt und bei Präventionsmaßnahmen unterstützt werden. Im Schadensfall müsse für getötete Tiere unbürokratisch Entschädigung gezahlt werden, sagte Felser, der auch Mitglied im Bundestagsausschuss für Ernährung und Landwirtschaft ist.

Nach dem Almabtrieb des Viehs von den Bergweiden ins Winterquartier im Tal sinke vorübergehend das Risiko für Rinder. Dafür könnte sich der Wolf andere Nahrungsquellen suchen, wie die Wintergatter des Rotwilds, befürchtet der Allgäuer AfD-Politiker. Über die zu schaltende Wolfs-Hotline solle auch die Jägerschaft schnell  Klarheit über eventuelle Bedrohungssituationen erhalten. „Wir begrüßen die Rückkehr der faszinierenden Wildart in Deutschland, aber klar ist, dass wir ein intelligentes Wolfs-Management  für die unterschiedlichen Regionen brauchen“, erklärte Felser. Bundesweit gehe man von etwa 500 herum streifenden Wölfen aus. Sie seien „weder Kuscheltiere, noch sollte man sie dämonisieren“, warnte er angesichts der oft emotionalen öffentlichen Debatten.

Wie in Brandenburg oder Sachsen, so müsse auch im Allgäu die Lage genauer untersucht werden. „Haben sich die Wölfe bereits etabliert, sind es durchziehende Einzelindividuen oder haben wir es mit Hybriden zu tun?“, diese Fragen müssten laut Felser beantwortet werden, um angemessen reagieren zu können. Hybride Wölfe, also eine Mischung aus Wolf und Hund, müssten sofort abgeschossen werden. Sie hätten oft ihre natürliche Scheu vor Menschen und Hunden verloren. Das bedeute ein höheres Risiko für Menschen, als durch die reine Wildform.

Der AfD-Politiker plädiert für eine fachlich festgelegte regionale Obergrenze bei Wölfen, damit die Populationen nicht unkontrollierbar würden. Wenn Dörfer und Gemeinden in Gefahr gerieten, müsse der Abschuss der Wildtiere erlaubt sein. Der Wolf sollte laut Felser, wie Rehe und Hirsche, als jagdbares Wild gelten. Auch mit Schonzeiten, um die Bestände zu regulieren und die natürliche Scheu vor Menschen zu erhalten.