…das ist die gute, gesunde Einstellung eines Großteils unserer heimischen Landwirte zum umfangreichen Thema der Biodiversität in unserer Agrarlandschaft. Und damit ist ihre Einstellung weitaus besser als der Ruf, der ihnen manchmal anhängig ist.

„Ich hab‘ Bock da mitzumachen…“, genauso wurde das auch ausgedrückt. Unsere Bauern sind dem komplexen Thema durchaus aufgeschlossen, sind gewillt  Hecken, Knicks, Baumreihen und Randstreifen an Wegen zu belassen und nicht zu beackern. Nur so kann man den Bestand an Krautpflanzen mit den dazugehörigen bestäubenden Insekten erhalten. Durch steigende Flächengrößen, fehlende Strukturelemente, Intensivnutzung durch Mais und Raps und schließlich durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln sank die Zahl der Arten um 80 %. Die Menge der Biotoptypen und damit die Anzahl der Tier- und Pflanzenarten (damit verbunden das Nektar- und Pollenangebot) ist stark rückläufig.

Die Anlage von staatlich geförderten Blühstreifen (Greening) ist ein nicht zu verachtender Bestandteil auf dem Weg zur Verbesserung der Vielfalt. Entscheidende Mittel zur Einflussnahme liegen oftmals im Konsumverhalten der Verbraucher, aber auch in den Händen der EU-Agrarpolitik mit ihren festgeschriebenen Umweltzielen und den damit verbundenen geringeren Betriebseinkommen für die Landwirte.

Ein weiteres Hemmnis bildet das vielfältige rechtliche Regelwerk auf nationaler und internationaler Ebene, beispielsweise mit weiteren Produktionseinschränkungen, deutlichen Wertverlusten bei der Strukturvielfalt, Minderung der Produktionsfläche und schließlich der aufwändigen Kontrolle des Vollzuges. Es fehlen immer noch Ideen zu spezifisch wirksamen Programmen, Prioritäten werden leider falsch gesetzt. Die Bundesregierung hätte die Möglichkeit unter den 26 Mitgliedsländern die Mittel der GAP (Gemeinsame Agrarpolitik) besser zu verteilen z.B. durch zielgerichtete Direktzahlungen, Verteilung von Gemeinwohlprämien, den Verbund von Agrarumwelt-Programmen mit Natura 2000-Strategien und einer Förderung des Ökolandbaus, sowie der Stärkung der biologischen Schädlingsbekämpfung.

Eine ergebnisorientierte Honorierung und eine Überarbeitung der Kontrollmechanismen und des Monitorings wären weitere Meilensteine auf dem Weg zur Verbesserung der Biodiversität.