„Unsere Berge. Unsere Heimat.“

Ich stamme aus einfachen Verhältnissen. Darf man das behaupten, wenn der Vater „Gymnasialprofessor“, so nannte man früher den Oberstudienrat, war? Nein, an materiellen Dingen hat es mir nie gefehlt, aber in einer Großfamilie mit zehn Geschwistern war es selbstverständlich: die Kleidung wurde abgetragen und durchgereicht zum nächsten Geschwisterchen, Taschengeld gab es in Pfennigbeträgen oder musste im Garten oder in der Küche erarbeitet werden, Gimmicks wie eine Carrera-Bahn, ein Y-Magazin oder gar ein eigener Fernseher waren unerreichbar.

Dafür gab es draussen, außerhalb des Dorfes, die abenteuerlichste Welt, die man sich vorstellen konnte. Feuer machen, eine Forelle mit der Hand fangen oder mit Weideruten und einer Zeltbahn ein Kanu bauen – das war meine Welt. Bei den Pfadfindern kam zum Leben in freier Natur die Fahrt in fernes Land, das Leben in und für die Gruppe.

Ich bin seit über 15 Jahren in einem anerkannten Naturschutzverein tätig. Mit meinen Kindern hänge ich Nistkästen im Garten und an der Scheune auf. Wir verbringen so viel wie möglich unsere Zeit in der freien Natur. Ich weiß: die Liebe zur Heimat beginnt mit der Achtung der Kamille am Wegesrand und mit der Kenntnis über die wunderbare Welt der Natur.

» Glaube mir, denn ich habe es erfahren, du wirst mehr in den Wäldern finden als in den Büchern. Bäume und Steine werden dich lehren, was du von keinem Lehrmeister hörst. «
Bernhard von Clairvaux , Abt und Mystiker, 1090 –1153