Oberallgäuer Bundestagskandidat weist Pauschalkritik der Ministerin an der Truppe und Führungskräften zurück

KEMPTEN. „Wenn die Bundeswehr derzeit ein Führungsproblem hat, dann nicht in der Truppe, sondern an der Spitze des Verteidigungsministeriums“, erklärte der Oberallgäuer AfD-Bundestagskandidat Peter Felser. Es sei völlig inakzeptabel  180.000 Soldaten bei Korpsgeist und Traditionsverständnis rechtsextremes Gedankengut zu unterstellen, betonte der ehemalige Bundeswehroffizier und AfD-Kreisvorsitzende. Von der Leyen verteidige nur noch sich selbst. Ihre Entschuldigung für die Rundumschelte nannte er „halbherzig, wortreich verklausuliert und im Endeffekt eine erneute Bekräftigung ihrer haltlosen Vorwürfe.“ Damit habe sie vom einfachen Soldaten bis zum General für große Empörung gesorgt und dem Ansehen der Bundeswehr geschadet.

Das dubiose Doppelleben des unter Terror- und Rechtsextremismus-Verdacht verhafteten Franco A. aufzuklären sei eine Sache. Von diesem Einzelfall vorschnell auf einen Generalverdacht gegen alle ihr anvertrauten Soldaten und Offiziere zu schließen ist etwas anderes und völlig abwegig, betonte Felser und meinte: „Die Ministerin hätte sich in den fast vier Jahren ihrer Amtszeit von Anfang mehr für die Menschen in den Kasernen und den Militärbetrieb interessieren müssen, als für den von ihr propagierten Umbau der Bundeswehr zu einer frauenfreundlichen, bunten und weltoffenen Truppe.“ Sie sei „bis heute nicht in ihrem Job und bei den Soldaten angekommen“, kritisiert der AfD-Politiker aus Kempten.

Es treffe auch nicht zu, „die Wehrmacht pauschal als verbrecherischen Vorläufer der heutigen Armee hinzustellen, mit dem die Bundeswehr nichts Traditionsstiftendes verbindet“, sagte Felser und erinnerte daran, dass es frühere Wehrmachts-Offiziere waren, die ab 1956 die Bundeswehr in einem demokratischen Staatsgebilde mit aufgebaut haben. Dazu gehörten untadelige Persönlichkeiten wie der erste Generalinspekteur der Bundeswehr General Adolf Heusinger oder der erste Luftwaffen-Inspekteur und Vorsitzende des Nato-Militärausschusses Johannes Steinhoff. Fast alle Ausbilder in den ersten Jahren der Bundeswehr waren ehemalige Wehrmachtsangehörige. Die Ministerin solle sich lieber um den Personalmangel und die marode Ausrüstung der in einem Dutzend Auslandseinsätzen tätigen Soldaten kümmern, rät Felser und hofft nach der Bundestagswahl auf eine kompetentere Neubesetzung des Ministerpostens.