Mit Schwung und inspirierenden Ansprachen startete der Landesverband Bayern am 23. Juni in den Bundestagswahlkampf 2017. Das Stadttheater Ingolstadt bot den ansprechenden Rahmen für die fünf Redner und rund 250 Gäste.

Peter Boehringer, zweiter auf der Landesliste Bayern, eröffnete den Abend mit einem eindringlichen Weckrufruf zum Thema Euro und Staatsverschuldung. Präzise stellte er die erschreckenden Fakten zur Eurokrise dar und machte klar, dass nur ein entschiedener Politikwechsel jetzt noch weitere gravierende Probleme verhindern kann. Der „monetäre Surrealismus“ der EZB müsse endlich beendet und die illegale Zusammenführung der europäischen Nationen in einen EU-Zwangsstaat verhindert werden. Die Forderung des IWF, dass der deutsche Sparer die Enteignung gefälligst hinzunehmen habe, verlangt nach einer Gegenrede der Bundesbank, die von Herrn Weidmann – dem „Weichmann“ – aber nicht kommt.

Mit Georg Mayer von der FPÖ kam alpenländisches Flair in den Saal. In einer feschen, sommerlich kurzen Lederhose betrat er die Bühne und überbrachte Grüße aus dem Nachbarland. Er hob Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede zwischen der FPÖ und der AfD hervor. Insbesondere die Erfahrung der Parteispaltung sah er als deutliche Parallele. Für die Bundestagswahl wünschte er allen Kandidaten viel Glück, aber auch Geduld und Einigkeit. Das sei der Schlüssel zum Erfolg.

Als nächsten Redner begrüßten die Moderatoren Edeltraud Schwarz und Torsten Probst ein echtes Nordlicht: Leif-Erik Holm, Fraktionsvorsitzender der AfD im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern, brachte mit einer launigen Rede Stimmung in den Saal. Er tritt bei der Bundestagswahl als Direktkandidat gegen Angela Merkel im Wahlkreis Vorpommern-Rügen-Greifswald I an. Entsprechend scharf griff er die Dauerkanzlerin in seiner Rede für deren verantwortungslose Politik an. Was Generationen unserer Vorfahren aufgebaut haben und was unsere Kultur ausmacht, dürfe nicht einfach durch die Einführung neuer Verhältnisse mit der Brechstange geopfert werden. Allein die jährlichen Kosten von 30 Mrd. Euro für die Flüchtlingskrise hätten für das Volk hier viel besser verwendet werden können. Er wies die Kanzlerin darauf hin, dass wir hier keine Diktatur wollen, sondern dass auch unsere Kinder genauso frei aufwachsen können sollten, wie wir es konnten. Zuletzt mahnte er die Freiheit des Internets an, denn nur damit wären wir wirklich frei.

Nach einer kurzen Pause griff Martin Hebner, Spitzenkandidat der bayerischen AfD, zum Mikrofon. Nicht ohne Spott befasste er sich mit der absurden Rolle der sogenannten „Antifa“, die regelmäßig bei Parteiveranstaltungen der AfD ihr mangelhaftes Verständnis von Demokratie lauthals hinausbrüllt. Auch die vielfältigen Behinderungen und Drohungen durch Altparteien und diverse Organisationen gegen die AfD standen im Fokus seiner Kritik. Er kritisierte vorherrschende Mitläuferhaltung der Großen Koalition. Die Abgeordneten kämen ihrer Pflicht nicht nach, die dringenden Probleme im Land anzusprechen. Sie sind dem Bürger keine Hilfe. Vehement forderte er daher eine strikte Einhaltung demokratischer Prinzipien in Deutschland.

Schließlich trat Dr. Alice Weidel auf die Bühne. In einer eindringlichen Rede stellte sie klar, wie sehr ihr innere Sicherheit und Rechtsstaatlichkeit am Herzen liegen. Ganz direkt kritisierte sie Kanzlerin Merkel für ihren fahrlässigen politischen Kurs, der nicht nur gravierende soziale Probleme, sondern oft auch konkrete Gefährdungslagen für die Bürger Deutschlands mit sich bringt. Dem Bürger würden die wahren Zahlen nur in geschönten Berichten vorgesetzt, die riesige Dunkelziffer bei Straftaten wird dabei überhaupt nicht gesehen. Eindringlich forderte sie die Einhaltung von Gesetzen und die Gleichbehandlung aller vor Gerichten ohne Rücksichtnahme auf kulturelle Befindlichkeiten. Bislang sehe es nach einer Bankrotterklärung der Rechtsprechung in diesem Bereich aus. Für die kommenden Wahlen stimmte sie die Anwesenden auf einen zunehmend härteren Wahlkampf ein, mit dem die AfD letztlich aber ein Zeichen setzen wird –die Bürger werden sich ihr Deutschland zurückholen!

Der Abend klang nach stehendem Beifall für die Redner in lockerer Atmosphäre im Foyer des Stadttheaters aus. Leif-Erik Holm sorgte persönlich für musikalische Unterhaltung. Gäste und Kandidaten hatten ausreichend Gelegenheit für intensivere Gespräche und um sich noch besser kennenzulernen.