AfD-Bundestagsdirektkandidat Felser sieht durch das im Grundsatz beschlossene EU-Handelsabkommen neue Absatzchancen auch für die Landwirte im Allgäu

KEMPTEN. Die fragwürdigen Freihandelsabkommen TTIP oder Ceta lehnt die AfD ab. Anders bewertet der Oberallgäuer Bundestagsdirektkandidat Peter Felser das jetzt zum G 20-Gipfel im Grundsatz beschlossene JEFTA-Abkommen zwischen der EU und Japan. „Das ist ein Hoffnungsschimmer für die deutschen Landwirte, denn von den geplanten erweiterten Absatzvolumen könnte auch das Allgäu profitieren“, sagte der AfD-Politiker, der zudem auf Platz sieben der Landesliste zur Bundestagswahl kandidiert.

Ein Schwerpunkt des noch nicht fertig ausgehandelten Vertrags sieht vor, dass EU-Zölle auf japanische Autos entfallen. Im Gegenzug sollen aber auch die extrem hohen japanischen Einfuhrzölle auf landwirtschaftliche Produkte aus der EU gestrichen werden. „Wenn sich das Handelsvolumen wie geplant dadurch verdreifachen sollte, dann wäre das ein willkommener großer Absatzschub zum Beispiel für Milch und Käse aus dem Allgäu“, meinte Felser. Schließlich stünden die deutschen Bauern nicht nur wegen des Milchpreisverfalls stark unter Druck und fast täglich müssten Höfe aufgeben. „Landwirtschaft ist Mittelstand und ein besonders wichtiger Wirtschaftsfaktor in Bayern, weil sich hier mit über 100.000 Betrieben ein Drittel aller deutschen Bauernhöfe befindet“, rief Felser in Erinnerung.

Über die Details im JEFTA-Abkommen wird noch einige Monate verhandelt. Für Felser ist dabei unabdingbar, dass europäische Rechts-, Produkt-, Verbraucher- und Umweltschutzstandards eingehalten werden und dass es keine dubiosen Schiedsgerichte wie bei TTIP geben darf. „Insofern steht meine positive Erwartung noch etwas unter Vorbehalt“, sagte der AfD-Bundestagskandidat. Er sei aber optimistisch.

Auch in Japan stehen Bauern unter Druck. Ihre Zahl hat sich seit 1970 von sieben auf jetzt unter zwei Millionen Landwirte reduziert. Zudem sind nur 15 Prozent der Landesfläche kultivierbar. Große Höfe wie in Deutschland gibt es kaum. Andererseits spielt der Konsum von Fleisch, Milch und Käse der 127 Millionen Einwohner eine immer größere Rolle. Laut der Deutschen Industrie- und Handelskammer in Japan ist das asiatische Land einer der größten Molkereiprodukte-Importeure weltweit. Vor allem der Verbrauch von Butter, Käse und Joghurt sei ein Wachstumsmarkt