AfD-Bundestagskandidat kritisiert Leserbrief von Werner Röll in der AZ als   Boykottaufruf gegen Gastronomen

KEMPTEN. Auf Kritik des Oberallgäuer Bundestagsdirektkandidaten Peter Felser stößt der Leserbrief mit der Überschrift „Im Graubereich“ von Werner Röll in der Allgäuer Zeitung. Zunächst werde dem unbedarften Leser verschwiegen, dass Röll Bezirksgeschäftsführer der Gewerkschaft Verdi im Allgäu ist. Insofern ist sein „Leserbrief“ ein politisch motiviertes Statement und keine reine Meinungsäußerung einer Privatperson, betonte Felser. Daher sei es bei den meisten deutschen Zeitungen guter Brauch, in solchen Fällen von wichtigen Funktionsträgern als Leserbrief-Schreiber, deren offizielle Funktion in Partei, Gewerkschaft oder Verbänden bei der Namensnennung mit zu erwähnen.

Außerdem rufe Röll die Öffentlichkeit im Leserbrief indirekt dazu auf Lokale als Gast zu boykottieren, die der AfD ihre Räume für Veranstaltungen vermietet haben. Er schreibt, dass „Wahlvolk“ entscheide (Zitat) „selbst welche Gaststätten wir besuchen“. Das sei eine nur schwach verklausulierte Drohung durch einen hochrangigen Gewerkschafter, die sich die Gastronomiebetreiber nicht bieten lassen dürfen, sagte der AfD-Politiker, der auch auf Platz sieben der Landesliste zur Bundestagswahl kandidiert. Wenn die Gewerkschaft parteipolitisch Stellung nehme, dann solle sie das per Pressemitteilung unter ihrem Briefkopf tun und sich nicht als scheinbare Privatperson in einer Leserbriefspalte verstecken, erklärte Felser.

Der Verdi-Vertreter liste ohnehin nur die üblichen Pauschal-Diffamierungen gegen die AfD auf. Besonders amüsierte Felser dabei der Vorwurf der angeblichen Arbeitnehmerfeindlichkeit. Er lade Röll daher zur nächsten AfD-Wahlkampfveranstaltung am Donnerstag, den 3. August nach Lauben ein. Dort wird mit dem Gastredner Guido Reil aus Nordrhein-Westfalen ein Ex-SPD-Genosse und Ex-Betriebsratsmitglied darüber sprechen, wie wenig SPD und Gewerkschaften sich um die wirklichen Belange der Arbeitnehmer kümmern