Steinhöring/Ebersberg. “Landwirtschaft und Mittelstandspolitik” – diese Themen standen im Mittelpunkt des AfD-Stammtischs am 18. August in Steinhöring. Hauptredner war der AfD-Landwirtschaftsexperte Peter Felser, Direktkandidat in “Oberallgäu-Kempten-Lindau” und auf Platz 7 der bayerischen Landesliste. Peter Felser ist Verlagsleiter einer landwirtschaftlichen Medienagentur und Geschäftsführer eines IT-Startup-Unternehmens im Allgäu. Er berät Landtechnikunternehmen, Saatgutproduzenten sowie Stalleinrichter und entwickelt Software für Maschinenringe und Agrarbetriebe.

Den Beginn machte jedoch unsere Direktkandidatin Brigitte Fischbacher, die mit Blick auf die sich wieder verstärkende illegale Einwanderung, die fortwährende Aktualität dieses Themas betonte. Sie hob dabei hervor, dass die negativen Folgen uns alle treffen werden, und diese ohne massives Gegensteuern unumkehrbar sind. Die in diesem Zusammenhang präsentierten Daten zu den Ursachen, dem Ist-Zustand und der weiteren wahrscheinlichen Entwicklung der aus dem demographischen Wandel und der Einwanderungswelle folgenden Veränderungen der deutschen Gesellschaft zeichnen ein ernüchterndes Bild.
Da es mindestens zwei Ursachen für den Wandel unsere Gesellschaft gibt, werden laut Fischbacher entsprechend differenzierte Herangehensweisen gebraucht, wobei auf kurze und mittlere Sicht durch die Begrenzung der Einwanderung und auch mittels Rückführungen illegaler Einwanderer die Entwicklung zwar abgeschwächt werden können, aber durch die negative demografische Entwicklung unseres Volkes zusätzlich langfristige Konzepte entwickelt werden müssen. Dafür braucht es eine starke AfD im nächsten Bundestag.

Gleich zu Beginn seines Vortrags stellte Peter Felser klar, dass ohne grundlegende Änderung der Politik die bäuerliche Landwirtschaft in Deutschland keine Zukunft hat. Dabei sei einer der Hauptfehler der bisherigen Landwirtschaftspolitik die Reduktion auf eine Optimierung von Produkten und Produktion, wobei die ebenfalls wesentlichen Zielsetzungen wie Ernährungssicherheit, der Erhalt von Arbeitsplätzen, der Erhalt unserer Kulturlandschaft und gesunde Lebensmittel nicht genügend berücksichtigt wurden.
Globalisierung ist dabei laut Peter Felser der falsche Weg für die bäuerliche Landwirtschaft, was er anhand von Beispielen aus Saudi-Arabien und Australien belegte. „Bei dieser Art der Globalisierung können und wollen wir nicht mithalten“, meinte er. Auch deshalb fordert die AfD eine Re-Nationalisierung der Agrarpolitik. Auch gehe es nicht, dass aus der EU billige Lebensmittel in die Dritte Welt exportiert werden, was die dortigen Bauern ruiniere.
Auch wenn die AfD grundsätzlich Subventionen kritisch sieht, ist aber das Streichen aller Subventionen in der Landwirtschaft allenfalls langfristig möglich. Die Gängelung der Bauern durch eine Flut von Vorschriften und Dokumentationspflichten muss jedoch auf jedem Fall abgebaut werden. In der Digitalisierung sieht Felser hingegen eine Chance, dem Bauern zu ermöglichen, seine Erzeugnisse mehreren Abnehmern anzubieten oder in größerem Maße selbst vermarkten zu können, um auf diese Weise unabhängiger von der Lebensmittelindustrie zu werden.
Peter Felser sprach schließlich den Einfluss politischer und wirtschaftlicher Vorgänge auf die bäuerliche Landwirtschaft an. So sind die Wirtschaftssanktionen gegen Russland und die russische Reaktion, europäische Agrarprodukte nicht mehr zu importieren, eine der Ursachen für den Verfall des Milchpreises. Auch habe die Niedrigzinspolitik der EZB und das schwindende Vertrauen in den Euro die Preise für Agrarflächen ansteigen lassen, was der Landwirtschaft zusätzliche Schwierigkeiten bereite. Dass zunehmend mit Lebensmittel spekuliert wird, trägt ebenso zu den für Verbraucher wie auch Erzeugern schädlichen Preisschwankungen bei. Dies müsse unterbunden werden, so Peter Felser.