Mein Besuch auf der “Grünen Woche 2019” Teil 1

Das diesjährige Partnerland auf der Grünen Woche ist Finnland. Zum Einstieg wählte ich einen finnischen Gesprächspartner aus dem Verband für Landwirtschaftliche Erzeuger, der Waldeigentümer/Waldbewirtschaftung und Internationale Zusammenarbeit- Simo Tiainen.

Die Einwohner des nordeuropäischen Landes haben genauso verschiedene Betrachtungen und Denkweisen zum Thema Wolf, wie in Deutschland. Man möchte die Bevölkerung ebenso einbinden, sie sollen Entscheidungen eigenständig in Zusammenarbeit mit der örtlichen Polizeibehörde fällen können. Werden Wölfe verhaltensauffällig, reißen besonders viele Weidetiere in einer bestimmten Region, können die Tiere in Finnland in Zusammenarbeit mit den örtlichen Jägern entnommen werden. Es wurde keine Obergrenze festgelegt, da immer noch hohe bürokratische Hürden insbesondere von Seiten der EU bestehen. Die Balance zwischen Wildtierschutz, der Erhalt der Lebens- und Arbeitsbedingungen der Landbevölkerung steht dort im Fokus.

Eine Ausnahme bilden die Samen – die mit 70.000 Menschen  die Ureinwohner der Nördlichen Länder (Norwegen, Schweden, Finnland) darstellen. Durch die Ernährung ihrer Familien mit Rentieren aus den eigenen Herden muss ihre Existenz und Lebensgrundlage sichergestellt werden. Dazu dürfen die Samen über den Wolfsabschuss selbständig entscheiden und auch eigenständig vollziehen.

Ein weiteres Thema bildete die Waldbewirtschaftung. In Finnland wird mittels Harvestern (Holzerntemaschinen) flächig vor allem Fichte und Kiefer entnommen. Da der jährliche Zuwachs größer ist, als die entnommene Erntemenge, wird die Holzmenge keineswegs geringer. Die Mischung der Wälder wird natürlich, durch Anflug / Naturverjüngung (Birke, Erle, Pappel, Eberesche) gewährleistet. Eine künstliche Einbringung von Laubholz ist in Finnland nicht üblich. Ein neuerer Trend nimmt aber auch in finnischen Wäldern mit Kleinst – Holzerntemaschinen seinen Weg in die Zukunft. Die Forschung der Großhersteller von Forstmaschinen ist längst bei neuen, innovativen Prototypen angekommen. Wir können gespannt sein welche Überraschungen uns Finnland zukünftig präsentieren wird.