IT-Entwickler will Überwachungsgegner unterstützen

Kempten, 29.Juni 2020. Mit der neu entwickelten Späher-App können Aktivitäten der Corona-Warn-App der Bundesregierung sichtbar gemacht werden. Die Anwendung scannt die Kommunikation der Warn-App und dokumentiert, wie oft ein Nutzer Kontakt zu Personen hatte, die die Warn-App der Regierung betreiben.

„Wir wollen damit ein wenig Transparenz in das zweifelhafte Vorhaben der
Bundesregierung bringen. Viele Menschen lehnen eine Überwachungs-App ab und wollen wissen, wann und wo sie damit in Berührung kommen“, so Peter Felser, der mit seinem IT-Unternehmen die App entwickelt hat.
Jeder Smartphone-Besitzer, der die Späher-App installiert hat, bekommt alle Nutzer der Corona-App angezeigt, die sich in seiner Nähe befinden. Auch die Kontaktdauer wird angezeigt und in einer Statistik erfasst. Diese Scans erfolgen als Live Scan sowie als Hintergrund-Scan bei nichtgeöffneter App.

Felser hat in der Testphase in Berlin allein über 1.500 Nutzer der Corona-Warn-App innerhalb von vier Tagen auf der Späher-App dokumentiert. An einem Tag waren über 700 Nutzer in seiner Nähe. Mit der Späher-App
wird sichtbar, wie viele Nutzer die offizielle Regierungs-App installiert haben. Die Sender-IDs der Infizierten können durch die Späher-App ausgelesen werden, da sie öffentlich zugänglich sind.

„Ich bin sehr skeptisch, ob die Corona-Warn-App bezüglich der Daten so sicher ist, wie behauptet wird“, so Felser. Theoretisch könnten die Ergebnisse manipuliert werden, da es sehr leicht sei, an die IDs über Bluetooth heranzukommen. Kriminelle Angreifer können das ganze System sabotieren und boykottieren, indem gefälschte IDs von Infizierten ins System der Regierung zurückgespielt werden.

Die Späher-App ist ausschließlich im Playstore erhältlich und kostet 1,19 €. Aufgrund der verschärften Restriktionen bei Apple seit der Version iOS 13.5 ist sie nicht im AppStore erhältlich. Felser, der auch Mitglied des deutschen Bundestages ist und sich politisch gegen staatliche digitale Überwachung positioniert hat, möchte den Verkaufserlös, der über die Entwicklungs- und Servicekosten hinausgeht, politischen Projekten spenden.

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