Meine Rede im Bundestag am 27. Januar 2021

Herr Präsident, meine Damen und Herren,

was wäre der deutsche Wald ohne das in ihm heimische Wild? Hirsch, Sau, Fuchs und Reh? Beides gehört untrennbar zusammen! Wald und Wild!

Im Gesetzentwurf liest man das Gegenteil Frau Ministerin: Wald GEGEN Wild ist dort das Leitmotiv.

Dieser Gesetzentwurf ist getrieben von Angst: Angst vor dem Klimawandel, Angst vor Wildschäden und vor allem: Angst vor wirtschaftlichen Einbußen in der Forstwirtschaft!

Schwarzrot fordert: Feuer frei auf Leittiere also auch Muttertiere!
Feuer frei auf Tiere mit ungeborenem Nachwuchs.
Feuer frei zu allen Tageszeiten, zur Not sogar mit Nachtzielgeräten, wie sie sonst nur von Soldaten im Krieg benutzt werden. Das lehnen unsere Jäger ab! Das, lehnen auch wir mit Nachdruck ab!

Wir von der AfD sind bekannt dafür, dass wir den Waldumbau mit sachlichen Argumenten voranbringen wollen. Wir gehen die Sache ganzheitlich an – zum Beispiel fordern wir seit langem eine Fokussierung auf die Verbesserung von forstlichem Saatgut. Wir müssen jetzt die Baumarten weiterzüchten, die unseren Wald auch noch in 30, 50 oder 80 Jahren stärken. Oder wir fordern im Ausschuss oder in einem unserer Anträge, endlich das Personal in den Forstämtern wieder aufzustocken. So gelingt Waldumbau!

Bei Ihnen hat man das Gefühl, dass hier einseitig die Forstpartie gegen die Jäger ausgespielt wird.

Die Forstwirtschaft wird gegen die heimischen Wildtiere und gegen den Tierschutz ausgespielt.

Zeile für Zeile spricht bei Ihnen das Weltbild der Lobbyverbände mit ihren Forderungen heraus, die Profitgier und die rein wirtschaftlichen Aspekte– genau DAS ist der Inhalt Ihrer Gesetzesvorlage. Das ist ein Lobbygesetz und nichts anderes!

Aus zwanzigjähriger Erfahrung als Jäger weiß ich, dass zum Schutz des Waldes und der Wildbestände Eingriffe nötig sind. Aber ich wehre mich mit Nachdruck dagegen, alle bisherigen Regeln ohne Not über den Haufen zu werfen.

Das, was Sie vorschlagen, das ist in der Praxis gar nicht möglich. Sie hätten einmal die Jäger fragen können – aber die wurden erst gar nicht richtig eingebunden!

An dieser Stelle möchte ich mich für das Engagement unserer Jäger bedanken. Frau Ministerin – auf diese engagierten Frauen und Männer werden Sie bei der Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest noch dringend angewiesen sein. Mein aufrichtiger Dank an dieser Stelle!

Der Wald kann nicht ohne Schutzmaßnahmen von alleine wachsen. Jetzt haben Sie auch noch in der Vorlage den Begriff „Naturverjüngung“ gestrichen und jetzt soll sich der Wald nur noch „verjüngen“.

Wenn wir für den Waldumbau Douglasien, Eiben, Elsbeere oder auch Ahorn pflanzen – dann geht das doch nicht ohne Schutzmaßnahmen. Das weiß jeder, der auch nur ein wenig im Wald oder mit dem Wald zu tun hat.

Gerade bei fremdländischen Baumarten brauchen wir doch weiterhin einen Verbißschutz! Da können Sie unser Schalenwild bekämpfen, wie Sie wollen – das allerletzte Reh wird Ihnen diese Bäume dann doch wieder verbeißen oder schälen. Hören Sie auf, das Reh als Schädling zu diffamieren! Hören Sie auf, unserem heimischen Wild die Schuld am Klimawandel zu geben!

Jagd ist doch nicht der einzige Aspekt, wenn wir über den Waldumbau sprechen.

Diesen Irrsinn machen wir nicht mit!

Liebe Kollegen, kehren Sie zurück zu einem Wald-Wild-Management, das nachhaltig ist. Nachhaltig im wahrsten Sinne des Wortes.

Kehren Sie zurück zu den ethischen Grundsätzen, die wir dem heimischen Wild schuldig sind. Wald MIT Wild – das sind wir im 21. Jahrhundert der Natur, unserer Umwelt, unserer Heimat schuldig.

Kehren wir zurück zu dem Grundsatz: den Schöpfer, den Schöpfer im Geschöpfe ehren, wie es hunderttausende Jäger in diesem Land gelernt und verinnerlicht haben.

Ich danke Ihnen.

Meine Rede im Bundestag zur Änderung des Bundesjagdgesetzes, Bundesnaturschutzgesetzes und des Waffengesetzes