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Datum/Zeit
Date(s) - 27.11.2019
19:30 - 21:00

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Eine Fraktionsveranstaltung der AfD im Bundestag, Luisenstr. 32-34, Raum 1.001, Berlin

Das Absterben des ländlichen Raums, vor allem in den neuen Bundesländern, bereitet der Politik große Sorgen.

Es mangelt allerdings an überzeugenden, wirksamen Lösungen, um mehr Menschen wieder für ein Leben auf dem Land zu gewinnen und die Dörfer wiederzubeleben. Viele hoffen auf Urbanisierung oder Digitalisierung, aber auch hier stellt sich die Frage, ob dadurch der ländliche Raum wieder wirklich lebenswert und lebendig wird.

Der studierte Landwirt Michael Beleites hat sich lange mit der Bedeutung der Landwirtschaft für den ländlichen Raum befasst. Er sieht die Hauptursache für das Aussterben der Dörfer in der Zerschlagung des Bauerntums, die schon während des Nationalsozialismus begann, durch die Kollektivierung und Agrarindustrialisierung in der DDR fortgeführt wurde und heute vornehmlich durch die kapitalistische Wettbewerbslogik und EU-Vorschriften weiter vorangetrieben wird.

In einem Podiumsgespräch werden die Abgeordneten MdB Peter Felser und MdB Tino Chrupalla Herrn Beleites über aktuelle Probleme in der Landwirtschaft und eventuelle Lösungswege befragen. Das Gespräch dient auch dazu, unser historisches Bewusstsein für die wirtschaftliche, soziale und kulturelle Bedeutung der Art und Weise, wie wir unser Land bewirtschaften, zu schärfen.

Die Veranstaltung knüpft u.a. an parlamentarische Initiativen des AK Wirtschaft und Energie und des AK Ernährung und Landwirtschaft zur Wiederbelebung des ländlichen Raums an.

Michael Beleites

Michael Beleites ist studierter Landwirt und war ein wichtiger Akteur in der DDR-Umweltbewegung. Er ist Autor verschiedener Bücher, in denen er sich kritisch mit den herrschenden Praktiken des Wirtschaftens und Landwirtschaftens befasst. In seinem Buch „Leitbild Schweiz oder Kasachstan?“ macht er u.a. die erzwungene Zerschlagung kleinbäuerlicher Betriebe in der DDR für die heutige prekäre Situation des ländlichen Raums im Osten Deutschlands verantwortlich. Beleites plädiert aus ökologischen, wirtschaftlichen und sozialpolitischen Erwägungen für die Wiederbelebung einer bäuerlichen und kleinbäuerlichen Landwirtschaft, insbesondere im Osten Deutschlands.

In seinem Buch „Landwende“ kritisiert Beleites die Logik des Verdrängungswettbewerbs, die wie der kommunistische Klassenkampf gegen die Bauern zu immer mehr Zentralisierung führt und verheerende Folgen für die Landwirtschaft und die Ökosysteme unserer Kulturlandschaften hat. Er betont außerdem den Wert der regionalen Versorgungssouveränität und der Selbstversorgungsfähigkeit der Landbevölkerung, die für Krisenfestigkeit und ein lebendiges Dorfleben stehen.

Schlussfolgernd aus der in seinem Buch „Umweltresonanz“ vorgenommenen biologisch-ökologischen Analyse plädiert er für die Profilierung einer konservativen Ökologie im politischen Raum.

Michael Beleites bewirtschaftet einen eigenen Gartenbaubetrieb in Sachsen.