Wolf ins Jagdrecht

Wolf ins Jagdrecht

Meine Rede vom 14.01.2026 zum Gesetzentwurf der Bundesregierung den Wolf ins Jagdrecht aufzunehmen: „Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Bundesjagdgesetzes und zur Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes“

Sehr geehrte Frau Präsidentin,
liebe Kollegen,

4.300 Wolfsrisse allein im vergangenen Jahr! 4.300! Liebe Kollegen – muß denn in Deutschland immer erst etwas passieren, müssen die Betroffenen, in diesem Falle die Weidetierhalter, erst in ihrer Existenz bedroht sein, bevor SIE tätig werden?

Heute nun also sprechen wir endlich über einen Gesetzentwurf, der vorsieht, den Wolf ins Bundesjagdgesetz aufzunehmen. Die Wolfsbejagung bedeutet dabei nicht Ausrottung, sondern Regulierung. Sie dient dem Schutz der Weidetierhaltung, sie stärkt die Akzeptanz in der Bevölkerung und sie bewahrt den Wolf als Teil unseres Wildtierbestandes.

Das ist grundsätzlich ein Schritt in die richtige Richtung. Ein längst überfälliger Schritt – wir haben das seit Jahren gefordert!

Aber: angesichts von jährlich mindestens tausend Übergriffen von Wölfen mit tausenden von gerissenen oder verletzen Weidetieren. Angesichts von psychischer Belastung, Angst und dem um sich greifenden Gefühl der Schutzlosigkeit im ländlichen Raum: Da frage ich mich: Musste das denn wirklich alles so lange dauern?

Jedes Jahr, liebe Kollegen, jedes Jahr zur Grünen Woche haben Ihnen die Weidetierhalter Ihnen diese Problematik geschildert, Sie haben nach Lösungen gefragt – diese Landwirte und Weidetierhalter waren und sind verzweifelt!

Liebe Kollegen,

es ist höchste Zeit. Deutschland braucht endlich eine Politikwende! Weg von linksgrüner Ideologie und hin zu pragmatischen Lösungen. Und ja. Der uns hier von der Bundesregierung vorgelegte Gesetzentwurf geht tatsächlich in die richtige Richtung.

Aber leider müssen wir auch feststellen: es bleibt noch weitgehend offen, wie und auf welcher Grundlage die für die Bejagung erforderlichen revierübergreifenden Managementpläne aufgestellt werden sollen. Es ist denkbar, dass ein solcher Managementplan auf Jahre blockiert oder juristisch angefochten werden könnte.

Die Umsetzung liegt vollständig im Ermessen der Länder, feste Abschusspläne und Intervallregelungen sind nicht vorgesehen. Das Monitoring ist uneinheitlich, einheitliche Entschädigungssysteme fehlen, und präventive wolfsfreie Zonen werden nur punktuell geregelt.

Liebe Kollegen,

wenn Zuständigkeiten verschwimmen, Verfahren dauern und Standards je nach Region auseinanderlaufen, entsteht KEIN Schutz für Weidetiere und KEINE Akzeptanz vor Ort.

So wird das nichts – ich befürchte, daß weder dieses Jahr noch nächstes Jahr überhaupt ein einziger Wolf entnommen wird! Sagen Sie das bitte mal ganz ehrlich den Weidetierhaltern da draußen!

Und eines muß hier auch einmal ganz klar gesagt werden: Management heißt letztlich Jagd – und genau hier kommen unsere Jägerinnen und Jäger ins Spiel. Auf sie sind wir angewiesen, SIE sind es, die das dann vor allem ehrenamtlich umsetzen werden!

Die Jäger verdienen unsere Anerkennung, unsere Wertschätzung – und da ist es völlig unangebracht, sie zu kriminalisieren und zu stigmatisieren. Jetzt im Januar werden wieder die Jagdscheine verlängert – früher eine Formsache von wenigen Tagen, heute dauert das monatelang. Warum? Weil SIE meinen, man müßte den Jägern hinterherschnüffeln, ob sie vielleicht eine falsche, eine alternative Meinung haben. DAS gehört sofort abgeschafft, das ist keine Wertschätzung unseren engagierten Jägern gegenüber, das ist schäbig!

Liebe Kollegen,

ich freue mich auf die Beratung im Ausschuss: es geht uns dabei nicht um Ideologie, sondern um Lösungen. Wir wollen den Wolf als faszinierendes Wildtier erhalten – nicht ausrotten, die Weidetierhaltung schützen – mit wirksamen, verbindlichen Maßnahmen, Verantwortung dorthin bringen, wo sie hingehört.

Mit diesem Ansatz schaffen wir Frieden in der Fläche, Akzeptanz in der Bevölkerung und eine verlässliche Perspektive für die Weidetierhaltung.

Das ist der Weg zu einem tragfähigen Miteinander von Wolf und Weidetier – nüchtern, faktenorientiert und zukunftstauglich.

Vielen Dank!

Es gilt das gesprochene Wort

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