Der Wald und seine Identität

Der Wald und seine Identität

Die Bewahrung unseres Deutschen Waldes ist meine Herzensangelegenheit, er ist Ort der Ruhe, des In-sich-Gehens und ein meisterlicher Ort, um Kraft zu schöpfen. Der Deutsche identifiziert sich mit seinem Wald, die Menschen sind von Kindes Beinen an durch ihn geprägt. Er schützt die Menschen, deren Siedlungen, Straßen und Ressourcen, dient unserer Erholung und liefert den Waldbesitzern mit seinem Holz ein nachhaltiges Einkommen. Er vermittelt uns ein starkes Gefühl von Heimat und Identität. Darüber hinaus ist er Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Er erfüllt viele Funktionen gleichzeitig. An welchem Ort kann man denn noch ganz allein sein, kann verschiedene Geräusche genau wahrnehmen, sie deuten und verstehen? Unsere Lieder, unsere Sagen und Mythen beschreiben unseren Sehnsuchtsort seit tausend Jahren.

Private Waldbesitzer unterstützen

48 Prozent der Waldfläche befindet sich in privater Hand. Oftmals sind die kleinen Waldparzellen (kleiner drei Hektar) den urbanen Waldbesitzern völlig unbekannt. Ich höre oftmals: „Ja, ich habe irgendwo noch ein Stückchen Wald, war aber noch nie da“. So haben sich in den letzten 30 Jahren immer mehr Menschen von ihrem Waldbesitz entfremdet. Das ist für den betreuenden Förster keine leichte Aufgabe den städtischen Eigentümern wieder Interesse einzuhauchen.

Schnelle, gerechte und einfache Förderung
Peter Felser, forstpolitischer Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion: Beim Waldumbau müssen die Kleinwaldbesitzer einbezogen werden.

Der Wald kämpft seit etwa drei Jahren mit Dürre, Stürmen und Borkenkäferbefall. Die Kronen sind bei einigen wichtigen Baumarten, wie Eiche, Buche und Fichte stark verlichtet. Deutschlands Wälder bleiben eine wichtige nachwachsende Rohstoffquelle. Vergangenes Jahr lag der Holzeinschlag bei 83 Millionen Kubikmetern Holz, somit auf Rekordniveau. Der Schadholzanteil ging im letzten Jahr zurück.

Waldarbeit heute wirkt erst nach drei Generationen

Dem Wald kommt eine zentrale Rolle beim Kampf gegen die Klimakrise zu. Auf der Agrar-Ministerkonferenz im Mai 2022 wurde beschlossen dem stark geschädigten Wald  und den Waldbesitzern unter die Arme zu greifen. Wir müssten die Waldbesitzer in die Lage versetzen, ihre Wälder zu erhalten und klimaresillient weiterzuentwickeln. Im Energie- und Klimafonds 2022 und 2023 sowie im Finanzplan bis zum Jahr 2026 sind dafür 900 Mio. € vorgesehen. Allein für die Aufforstung  der aktuellen Schadflächen benötigt der Kleinwaldbesitzer Geld für die Pflanzen, die Kultur- und Jungwuchspflege. Erst dann kann er Erlöse aus dem Holzverkauf erzielen. Wir wollen die Waldbesitzer unterstützen – es darf aber keine klima-ideologische Abhängigkeit von Subventionen geben!

Deutschland muß souverän und unabhängig werden

Nach dem Angriffskrieg auf die Ukraine müssen wir unsere Energie- und Rohstoffabhängigkeit neu bewerten und die Potenziale von Wald und Holz nutzen. Unsere Versorgungssicherheit muss auch durch eine aktive Holznutzung gewährleistet sein. Die ambitionierten Klimaziele der Koalition könnte man durch eine schnelle Änderung des Bundeswaldgesetzes erreichen. Im Koalitionsvertrag steht aber auch festgeschrieben, dass mehr als 5 Prozent der Waldflächen stillgelegt werden sollen. Flächenstilllegungen stehen im krassen Widerspruch zu den wichtigen „Holzbauoffensiven“ und Förderprogrammen  von Bund und Ländern, mit denen eine nachhaltige, regionale und ressourcenschonende Entwicklung gestützt werden soll. Wir setzen uns strikt gegen Stilllegungen ein!

Der Waldumbau soll mit „überwiegend standortheimischen Baumarten“ gelingen. Fremdländische Baumarten auszuschließen ist nicht der richtige und alleinige Weg, davon raten wir als AfD-Bundestagsfraktion dringend ab. Wir benötigen auch nichtheimische Baumarten, die dem Klimawandel gewachsen sind. Die Entscheidung zur Baumartenwahl sollte jedem Waldbesitzer frei stehen, kleinflächige Experimentierfelder sollte man gestatten. Trockenheitsresistentere Baumarten aus den südlicheren Nachbarländern wie Bulgarien, Rumänien, ebenso aus Nordamerika sind auf ihre Wuchskraft und Stabilität zu prüfen. Dazu benötigen wir weiterhin unsere etablierten Forstlichen Versuchsanstalten, um der idealen Baumart auf dem jeweiligen Standort auf die Spur zu kommen. Diese gilt es zu stärken und in ihrer Arbeit zu unterstützen. Wichtig bleibt weiter auch die Entscheidung für die Pflanzung von Nadelhölzern, die auch sägefähig, einigermaßen geradschaftig gewachsen, möglichst frei von Ästen und einige Meter verwertbares Holz liefern.

Personelle und organisatorische Stärkung staatlicher Forstbetriebe
Peter Felser: Um die notwendigen Aufgaben bewältigen zu können, werden in den staatlichen Forstbetrieben kontinuierliche Neueinstellungen wesentlich stärker erforderlich sein als bisher.
Altparteien haben unser Forstpersonal massiv abgebaut

Eine kompetente forstfachliche Beratung durch einen erstklassig ausgebildeten Förster ist die Grundvoraussetzung für die Entstehung gut gemischter, gesunder Wälder. Auch in diesem Bereich haben die Atparteien unsere Jahrhunderte alten und bewährten Strukturen heruntergewirtschaftet. Förster werden heute im Eiltempo ausgebildet, waldbauliche Erfahrungen können in der Kürze der Zeit nicht gesammelt werden. Zudem müssen Revierförster beachtliche Reviergrößen bewirtschaften, welche eine genaue Auseinandersetzung und Beobachtung des Waldzustandes nur noch am Rande des täglichen Dienstes zulässt. Der „Kleine Jungs-Traumberuf“ des Försters muss den Menschen wieder näher gebracht werden. Durch ein modernes Marketingkonzept zum „Grünen Beruf“ muss man schnellstens wieder mehr Akzeptanz und Interesse in der Bevölkerung erlangen.

Unser Wald – wichtiges Thema im Schulunterricht

Vernachlässigt wird auch die forstliche Bildungsarbeit. In früheren Zeiten wurden alle Schüler bis zur vierten Klasse, oftmals auch schon im Kindergartenalter, mindestens einmal von ihrem Revierförster in den Wald geführt, um alle Zusammenhänge und Geheimnisse erlebbar und greifbar zu machen. Heute stehen diese Führungen in den meisten Bundesländern nicht mehr in den Lehrplänen und wurden damit ersatzlos gestrichen. Den Kindern fehlt vielfach das Verständnis für die Zusammenhänge, die Vielfalt und die natürlichen Abläufe. Darum gilt es hier auf jeden Fall gegenzusteuern und diese forstlichen Waldwanderungen wieder in den Biologieunterricht aufzunehmen.

Deutschland lebt von und mit seinen schönen Wäldern. Wir wollen ihn erhalten und für künftige Generationen wertvoll in den Köpfen verankern. Der Wald soll der letzte Rückzugsraum für alle Menschen bleiben, auch in den nächsten Jahrhunderten!

Dieser Artikel ist zuerst erschienen in Münzenmaiers Magazin:
Peter Felser: Der Wald und seine Identität

Forst, Kultur, Heimat
Die deutsche Forstwirtschaft steht in einer über dreihundertjährigen Tradition, für die sie in der ganzen Welt bekannt und anerkannt ist.
Teilen:

Kommentar verfassen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Melden Sie sich zum Newsletter an.

Wir versenden kein Spam